Geschichte:

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pfrondorf

Ein Gründungsdatum ist nicht bekannt, denn es gibt im Pfrondorfer Ortsarchiv keine schriftliche Notiz über die Einrichtung einer (freiwilligen) Feuerwehr. Das einzige „offizielle“ Dokument, das auf 1876 als Gründungsjahr hinweist, ist eine Fahne, die die Pfrondorfer pfleglich bewahren.

Der Kampf gegen den „roten Hahn“ kam nicht erst mit der Gründung der Feuerwehren Mitte des 19. Jahrhunderts in geordnete Bahnen. Landes- und lokale Herrschaften kümmerten sich schon früh um den Brandschutz ihrer Städte und Dörfer. Im Pfrondorfer Ortsarchiv beweist eine Land-Feuer-Ordnung von Herzog Carl Eugen aus dem Jahre 1752, dass der Landesfürst um die Sicherung der eigenen Höfe und der Behausungen seiner Untertanen im ganzen Herzogtum bemüht war. Im Jahre 1831 macht dann eine Feuerlöschordnung den Pfrondorfern klar, was jeder Bürger für den Brandschutz zu leisten hatte. So musste in jedem Haus gegen Bezahlung vom Rathaus ein Feuereimer stehen, auf dem der Name des Eigentümers vermerkt sein musste. Da Kirchtürme durch Blitze besonders gefährdet sind, heißt es in der Verordnung, sollen dort ständig Wasserbehälter stehen.

War bis dahin alles mehr oder weniger „Landes“ einheitlich, so wurde es 1863 zum ersten Mal auf lokaler Ebene konkret. Der Gemeinderat von Pfrondorf befasste sich, so steht es im Protokoll, mit dem Zustand der Feuerwehr-Gerätschaften und beschloss die Ersatzbeschaffung für kaputte Schläuche. Dem eingerissenen Schlendrian versuchte der Gemeinderat mit drastischen Strafen für Verweigerer beim Einsatz zu begegnen. So musste, wer bei einem auswärtigen Brand nicht innerhalb von 15 Minuten vom Beginn des Sturmläutens am Platz vor dem Rathaus erschienen war, 30 Kreuzer Strafe zahlen. Wer gar nicht kam, musste einen Gulden auf den Tisch legen (nach heutiger Währung 0,89 €, für damalige Verhältnisse aber viel Geld). Ähnlich unerbittlich war die Verordnung gegenüber denjenigen, die sich der Anordnung des Rottmeisters widersetzten. Für Nachwuchs in der Wehr sorgte man damals auf einfache Art: Wer mit dem 60. Lebensjahr vom aktiven Dienst freigesprochen wurde, musste (falls vorhanden) durch Söhne im entsprechenden Alter „ersetzt“ werden.

Doch nicht nur um Strafgelder ging es in der Verordnung, sondern auch um Entschädigungen für Feuerwehrdienste innerhalb oder außerhalb des Dorfes. Das galt für den Feuerlaufenden, der unter Umständen die Feuerwehren der benachbarten Dörfer Lustnau, Kirchentellinsfurt, Dettenhausen und die Verwaltung des Oberamtes in Tübingen informieren musste, aber auch für die Mannschaft. Eine besondere Prämie von zwei Gulden gab es für denjenigen, der als erster mit seinen Pferden bei der Feuerspritzeremise zum Einsatz bereit war.

Das königliche Oberamt Tübingen forderte im Dezember 1864 eine Namensliste von Männern, die für den Brandschutz in Pfrondorf verantwortlich waren. Der Gemeinderat stellte laut Protokoll eine Liste von 20 Männern für eine Rettungsmannschaft zusammen. Aus ihrer Mitte wählte diese Truppe den Gemeinderat Joseph Bechtle zum Obmann. Drei Jahre später machte der Gemeinderat mit einer neuen lokalen Feuerlöschordnung den Pfrondorfer Bürgern klar, was jeder Einwohner im Ernstfall zu tun habe. In dieser Verordnung ist die Einsatzmannschaft bei Bränden um zwei weitere Feuer-Rotten mit 44 bzw. 42 Männern und einer zusätzlichen Rettungsmannschaft mit 20 Mitgliedern aufgestockt. Im Sommer 1941 berichtet der damals älteste Einwohner Pfrondorfs, der 83-jährige Schmiedemeister Christian Schaal, in einem Gespräch mit der „Tübinger Chronik“ von der im Dezember 1864 als Vorläufer der späteren Feuerwehr gegründeten Rettungsmannschaft. Jeder der 20 Männer hatte, so Schaal, einen Sack mitzubringen und um den Leib zu binden. In dieses sollte er alle Sachen stecken, die er bei einem Brand retten konnte. „Beim großen Feuer in Pfrondorf im Jahre 1873 bewährte sich diese Rettungsmannschaft sehr“, zog Schaal damals Resümee. Bei dem Großbrand im Oktober 1873 ist der Tübingen Metzger Johannes Sinner tödlich verunglückt. Er hinterließ eine Frau und fünf kleine Kinder, die jetzt „ganz vermögenslos“ sind. Der Gemeinderat bewilligte den Hinterbliebenen 25 Gulden.

Zwischen 1873 und 1886 klafft – auf die Feuerwehr bezogen – eine riesige Lücke in den Archivalien Pfrondorfs. Das Dorf auf der Schönbuchhöhe hatte um diese Zeit zwischen 850 und 870 Einwohner. Neun laufende Brunnen, ein Vertikalbrunnen und ein großer Feuersee unter dem Gemeinde-Backhaus versorgten die Dorfgemeinschaft ausreichend mit Wasser. Wann es zur Gründung der Feuerwehr kam, lässt sich nicht überprüfen. Tatsache ist, dass die Pfrondorfer aus dem Jahr 1876 eine Feuerwehr-Fahne haben, die ihnen als Beweis für die Gründung der Wehr in diesem Jahr gilt.

Da sie damit nicht unbedingt falsch liegen, macht ein Gemeinderatsprotokoll vom 10. Juli 1886 deutlich, das über den Bestand an Gerätschaften für die Brandbekämpfung Auskunft gibt und erstmals auch von seiner Pflichtfeuerwehr, geführt von einem auf fünf Jahre gewählten Kommandanten, einem Stellvertreter und einem Hornisten, berichtet. Die Wehr besteht aus nun fünf Zügen mit 111 Aktiven (Steiger, Retter und Schlauchableger 19 Mann, Spritzenmannschaft 19 Mann, Ablösungsmannschaft zur Spritze 18 Mann, Wasserträger und Schöpfer 36 Mann, Flüchtlings- und Wachmannschaft 21 Mann). Dazu kommen noch Feuerboten, Sturmläufer, Laternenträger, Bachschweller und Wasserführer. Dem Kommando ist ein Verwaltungsrat als begleitendes Gremium zugeordnet. Klar geregelt ist auch der Übungsbetrieb: Zug I muss mindestens sechs Mal den Ernstfall proben, die Züge II bis IV mindestens viermal – entweder allein oder zusammen. Auf jeden Fall sind jährlich zwei Hauptproben aller zusammen vorgesehen. Bei Übungen außerhalb des Dorfes wird bei einer Entfernung von über drei Kilometern mit Fuhrwerken befördert, bei mehr als drei Kilometern gibt es Zehrungsvergütung von 60 Pfennig. Spritzenmeister erhalten für ihre Arbeit jährlich 15 Mark.

So klar wie die Aufgaben der Wehr sind auch die Pflichten der Bürger und Hausbewohner geregelt. Jeder Hausbesitzer mit einem Stroh-, Schindel– oder Landerdach hat einige Löschbesen und eine über den Dachtrauf hinaus reichende Anstellleiter vorzuhalten, allen anderen Besitzern wird ähnliches empfohlen. In den Häusern sind die Wasserbehälter jeden Abend randvoll zu füllen.

Alarmiert wird mit allen drei Glocken und durch den Hornisten. Feuerreiter informieren die Nachbar-Wehren der Brandhilfsgemeinschaft und das Oberamt, bei minder gefährlichen Bränden ist nur Lustnau und Tübingen zu alarmieren, sonst auch Kirchentellinsfurt und Dettenhausen. Fluchtplätze sind bei der Kirche, der Lauswiese und den Ziegeläckern ausgewiesen. Alle Einwohner sollen im Ernstfall, je nach ihrer Kraft und Möglichkeit, helfen. Nachbarn des Brandherdes müssen Dachläden schließen und Wasser auf die Bühne schaffen. Bei strenger Kälte ist heißes Wasser zu bereiten, damit die Spritzen nicht einfrieren können. Dies gilt vor allem für die Besitzer von großen Kesseln, als da sind Bierbrauer, Färber, Gerber, Seifensieder, Branntweinbrenner. Fuhrwerksbesitzer sind zum Wasserführen verpflichtet, Mädchen und jüngere Frauen mit ihren Kübeln zum Wassertragen. Zur Überlandhilfe verpflichtet sind die Steigerabteilung mit 10 Mann plus Zugführer, die Spritzenabteilung mit 18 Mann plus 1.

Den Gemeindeoberen war die Ausstattung offensichtlich nicht ausreichend. Nur wenige Wochen später beschloss das bürgerliche Gremium die Anschaffung einer vierrädrigen Saugfeuerspritze, die in einer Minute 280 Liter Wasser 30 Meter weit auswerfen sollte. Desgleichen wurde der Kauf von 55 Meter Schläuchen, einer Stützenleiter, drei Dachleitern, zehn Butten, drei Schapfen, zwei Erdölfackeln, einer Schlauchbrücke, eines Doppelhakens mit 2,50 Stiel und eines Rädergestells zum Transport der Leitern beschlossen.

Mitte der achtziger Jahre muss die Bereitschaft der Männer, die in der Feuerwehr Dienst tun, merklich nachgelassen haben. Vielleicht spielte aber auch die Tatsache, dass viele Männer auswärts zur Arbeit gingen und damit tagsüber nicht im Dorf waren, eine Rolle. Jedenfalls beschloss der Gemeinderat für diejenigen, die keinen Dienst in der Wehr tun wollten, eine Feuerwehr-Abgabe, am Anfang waren es zehn Mark – der Betrag wurde, der wirtschaftlichen Entwicklung entsprechend, in den folgenden Jahre immer wieder angepasst.

Auch die Pfrondorfer Feuerwehr war von der überregionalen Entscheidungen abhängig, die aber nicht immer problemlos umzusetzen waren. So beschloss im Mai 1909 der Delegiertentag des Württembergischen Landesfeuerwehrverbandes einheitliche Uniformen und statt des Messinghelms mit Rothaarbusch einen Lederhelm. Auf heftigsten Widerstand stieß bei den Pfrondorfer Feuerwehrmännern, dass sie dafür ihre alten Jacken abgeben sollten. Knapp zwei Wochen später wurde der Beschluss revidiert, die Männer konnten ihre alten Jacken behalten, mussten aber im Dienst die neuen aus dunkelgrauen Marengotuch mit hochrot passpelliertem Kragen und Rockvorderteil tragen, an deren Ärmel Silberlitzen und rote Streifen die Dienstzeit anzeigten.

Da war die Beschaffung technischer Gerätschaften einfacher, vor allem wenn übergeordnete Institutionen ein Machtwort sprachen. Im Mai 1926 forderte die Gemeinde Pfrondorf von der Blaubeurener Firma J.G. Lieb und Söhne AG ein Angebot über eine Lieb-Patent-Leiter mit 8-12 Meter Steighöhe an.

Vorausgegangen war das Verbot der weiteren Benützung der schweren und unbeholfenen Bockleitern durch den Bezirksfeuerlöschinspektor., Solche Leitern – Kostenpunkt 1150 Reichsmark – waren nach Angaben der Firma in Talheim, Hailfingen, Wurmlingen, Tübingen, Gomaringen, Schwalldorf, Kiebingen, Bühl und Bad Niedernau im Einsatz. Leiter und ein Schlauchwagen wurden bestellt.

Eine Besonderheit gab es in Pfrondorf, zumindest in den Jahren von 1927 bis 1934: In dieser Zeit weisen die Namenslisten als besonderen Zug der Feuerwehr eine Musikkapelle (Musikzug) mit zwischen 15 und 20 Aktiven aus.

Der Bezirksfeuerlöschinspektor hatte stets erheblichen Einfluss auf das aktuelle Geschehen in den Feuerwehren. So riet er 1931 den Pfrondorfern, den als „problematisch“ bezeichneten Mannschaftsstand von 144 Aktiven zu ändern. Nach seinem Vorschlag sollte eine Pflicht- und eine Reservegruppe gebildet werden. Damit könnten, so die Begründung, die Ausbildungsmöglichkeiten verbessert werden.

Die Herrschaft der Nationalsozialisten begann in Pfrondorf mit einem Paukenschlag. Unter dem 14. Juli 1933 verfügten die neuen Machthaber und ihre Gefolgsleute den Rausschmiss von drei Feuerwehrmännern wegen marxistischer Umtriebe aus der Feuerwehr. Die drei waren aktive Mitglieder im Arbeiterturnverein, den die NS-Parolen als nicht mit ihren Zielen vereinbar einstuften. Gut ein Jahr später sollte einer der drei für langjährigen Dienste zum Wohle der Mitbürger ausgezeichnet werden. Er wies Ehrenzeichen und Verleihungsurkunde jedoch zurück mit dem Hinweis aus seine nach oberämtlichem Erlass vom 14. Juli 1933 erfolgte Absetzung als Führer des III. Zuges – er wollte keine Auszeichnung von einem Regime, das ihn zuvor aus einem Amt geschafft hatte.

Im Sommer 1933 zwang der Bezirkslöschinspektor die Gemeinde Pfrondorf erneut zur Verbesserung ihrer Feuerwehr-Ausrüstung, indem er es dringend geboten nannte, zur der „ganz alten Spritze „ – bisher einziger wirkungsvoller Strahl – eine ältere Saug- und Druckspritze anzuschaffen. Gekauft wurde eine Saug- und Druckspritze der Firma FW Müller aus Bad Cannstatt von 1893, die die Feuerwehr Stuttgart-Wangen bisher im Einsatz hatte. Ihre Leistung wurde vom Württembergischen Landesfeuerlöschinspektor mit 1,65 Meter als höchstem und 65 Zentimeter als niedrigstem Angriffspunkt (bei Vakuumbetrieb 8,10 Meter Höhe), mit 144 Litern in der Sekunde bei einer Bedienung durch 16 Mann angegeben.

Diese Beschaffung führte 1934 zu Überlegungen, die bisher neben dem Rathaus auch noch anderweitig untergebrachten Geräte in einem eigenen Gerätehaus zusammenzufassen. Die Gemeinde Pfrondorf erkundigte sich über das Oberamt Tübingen bei der Zentralkasse zur Förderung des Feuerlöschwesens in Stuttgart nach einem Zuschuss zum geplanten Magazinbau. Die Baukosten waren mit 2470 Reichsmark veranschlagt. „Wir bitten uns hierzu in Rücksicht auf unsere große Notlage, die aus unserem Gemeindeumlagesatz von 25% schon zur Genüge erhellt wird, einen möglichst hohen Betrag gewähren zu wollen“, schrieb der Schultheiß.

Von Stuttgart aus in Aussicht gestellt wurde ein tarifmässiger Zuschuss von zehn Prozent. Das gelte auch für einen Neubau für Baugeräte, wenn anschließend alle Feuerwehrgeräte im Rathaus zusammengefasst würden. Nach dem von Kreisbaumeister Gräber entworfenen Bauplan ist, so steht es in den Protokollen, die Erstellung eines Schuppens in der damaligen Kirchstraße (heute Kohlplattenweg) vorgesehen, der mit einer Zwischenwand in zwei Räumen unterteilt werden soll, ein Raum für die Feuerwehr und einer für Baugeräte. Jetzt lagen die Baukosten bei 4600 Reichsmark, sie sollten aus dem Fond zur Instandsetzung des Armenhauses bestritten werden. Überlegt wurde aber auch, bei der Nutzung des Rathaus-Erdgeschosses für die Feuerwehr ein Neubau-Raum der Darlehenskasse als Lagerraum zu überlassen. (Der Schuppen wurde gebaut, diente bis in die siebziger Jahre der Darlehenskasse, wurde 1974 teilweise und 1985 dann ganz der Freiwilligen Feuerwehr übergeben. Auf einen eigenen Magazin-Neubau, wie er auch im Eingliederungsvertrag mit Tübingen steht, wartet die Pfrondorfer Feuerwehr noch heute).

Die große Politik machte 1934 auch vor dem kleinen schwäbischen Ort Pfrondorf nicht halt. Das Württembergische Wirtschaftsministerium monierte in einem Rundschreiben, dass zur Schlauchherstellung weitgehend ausländischer Flachs benutzt werde.

Dies widerspreche aber dem Wunsch der Reichsregierung, die noch durch Anbauprämie in Deutschland den Flachsbau fördere. Die Gemeinden sollten darauf achten, dass deutscher Flachs von den Herstellerfirmen der Schläuche verwandt werde.

Im selben Jahr 1934 animierte ein Erlass der Württembergischen Gebäudebrandversicherungsanstalt unter Hinweis auf derzeitige günstige Bedingungen die Gemeinde zur Verbesserung unzureichender Löschwasserverhältnisse. Pfrondorf hatte noch keine öffentliche Wasserversorgung –die bekam es erst 1936- , wollte den angebotenen Zuschuss von 40% nutzen. Neben dem vorhandenen gedeckten Feuerteich mit etwas 80 Kubikmeter Inhalt könnte in einer Mulde südwestlich vom Dorf ein Teich mit genügend großem Einzugsbereich angelegt und durch Niederschlagswasser gespeist werden. Die Kosten lagen, je nach Größe, bei 1800 (bei 200 cbm) oder 2400 Reichsmark (bei 300 cbm).

Die Wasserversorgung beschäftigten Gemeinde und Feuerwehr noch mehrere Jahre. Nach einer Inspektion im Sommer 1935 – Pfrondorfs Wasserversorgung bestand nur aus zehn laufenden Brunnen – lies das Oberamt Tübingen wissen, in Pfrondorf bestehe große Wassernot, die im Brandfall das schlimmste befürchten lasse. Im Dorf sei, so der Inspektionsbericht, der einzige nennenswerte Wasservorrat ein Löschwasserbehälter mit etwa 80 Kubikmeter Inhalt, eine Wassermenge, die von der Motorspritze in 40 Minuten aufgebraucht wäre. Einer größeren Katastrophe müsste man daher tatenlos zusehen. Die schon angestrebte Hochdruckwasserversorgung ist immer noch nicht erfolgt. Um wenigstens für den Brandfall das nötige Löschwasser in der Nähe zu haben, sollte am Haldenbach ein offener Löschwasserbehälter von etwa 300 Kubikmeter angelegt werden.

Wasserarm war die Markung Pfrondorfs eigentlich nicht. So gab es zu Zeiten, als noch das Kloster Bebenhausen Herrschaftsrechte auf der Schönbuchhöhe hatte, am westlichen Dorfrand einen Fischweiher. Der ehemalige Ortsvorsteher und Schulmeister Wilhelm Nerz schreibt über den Seebrunnen: „Als die Gemeinde 1821 die gesamten Klostergüter erworben hatte, brauchte man keinen Fischweiher mehr, weil die Pfrondorfer keine Fische mochten. Daher durchstachen sie den Damm, um Wiesen für ihr Vieh zu bekommen. Das Wasser der starken Quelle lief nun ungenutzt den Haldenbach hinunter zum Neckar. Da der Bierbrauer Heinrich aus Lustnau an dem guten Wasser Interesse hatte, verkauften sie es an ihn um zwei Flaschen Wein. Dieser lies eine Wasserleitung nach Lustnau bauen und schloss die Brunnenstube ab. Als es im Ort wieder mal brannte und das vorhanden Wasser nicht zum löschen reichte, bemerkten die Pfrondorfer, was sie für einen Fehler gemacht hatten. Der Schultheiß ging zu Heinrich und bat ihn, sein Wasser bei einem Brand in Pfrondorf zum löschen nutzen zu dürfen. Heinrich willigte ein, bestand jedoch darauf, dass die Pfrondorfer im Ernstfall den Schlüssel zur Brunnenstube bei ihm in Lustnau holen mussten“. Ein weiter und durch den Höhenunterschied beschwerlicher und kräftezehrender Weg. Kein Wunder, dass bis zur Rückkehr des Schlüssel-Läufers das Haus abgebrannt war; auch beim zweiten Mal mit zwei Läufern, die sich die Strecke teilten, war nichts mehr zu machen. Bei der Wette mitten im Dorf gab es einen aus Pfrondorfer Steinen gemauerten Teich, der aus dem Fleckenbrunnen gespeist wurde. Aus zwei Rohren lief das Wasser in Tröge, das überfließende Wasser wurde in der gemauerten Wette gesammelt, ehe es in den Haldenbach abfloss. Die Wette war nach Wilhelm Nerz ein Gumpen, in den man waten konnte.

Im Frühjahr 1936 verfügte das Württembergische Innenministerium, dass alle Pflichtfeuerwehren in Freiwillige Feuerwehren umzuwandeln seien. Am 17. Mai 1938 morgens um 7.00 Uhr vollzogen die Pfrondorfer nach einer Notiz ihres unmittelbar darauf gewählten Kommandanten Martin Hagemann diesen Erlass.

Nachdem 1935/1936 die öffentliche Wasserversorgung als letzte im Oberamt Tübingen gebaut worden war – die Finanzlage der Gemeinde wurde dabei erheblich strapaziert, da ein Anschluss an eine Wasserversorgungsgruppe wegen der abseitigen Lage nicht möglich war -, informierte sich der Bezirksfeuerlöschinspektor am 20. Juli 1937 von der Funktionsfähigkeit der Hochdruckwasserversorgung“. Es ergab sich, so der Inspektionsbericht, beim Rathaus ein natürlicher Druck von 4At und eine Wasserlieferung von 1550 Liter in der Minute, die sich durch Verteiler auf sechs Strahlen mit ausreichendem Druck mittels Motorspritze verzweigen lies. Nicht ohne Hintergedanken der Regierenden dürfte jene Anordnung vom 28. April 1938 gewesen sein, nach der eine grundsätzliche Teichschau aller vorhandenen und künftigen Feuerlöschteiche auf Ordnungsmässigkeit und gute Nutzung zu überprüfen seien.

Der Krieg veranlasste 1941 den Gemeinderat, die Beschaffung einer Kleinmotorspritze (Kosten 3800 Reichsmark) ins Auge zu fassen. Notiert sind im entsprechenden Gemeinderatsprotokoll als Gründe „Krieg und Luftgefährdung“. Die Sicherheit der Gemeinde sei mehr und mehr gefährdet, Hilfe nur vom sechs Kilometer fernen Tübingen möglich. Die männlichen Einwohner der Gemeinde seien weitgehend einberufen – bei 1212 Einwohnern zählte die Wehr 23 Aktive. Der Bürgermeister nannte seinen Antrag an den Befehlshaber der Ordnungspolizei Stuttgart auch die schwierige, extrem steile Anfahrt nach Pfrondorf von Lustnau oder vom Neckartal her, zumal bei schneereichen Wintern wie im Vorjahr (1941). Im Mai 1943 wurde die Spritze – eine Magirus Goliath III zum Preis von rund 3470 Reichsmark – geliefert.

Im Sommer 1943 wurde die Situation dann dramatisch. Per Mitteilung wurden die Feuerwehrmänner darüber informiert, dass sie künftig der SS- und Polizeigerichtsbarkeit unterstellt seien. Dies gelte auch dann, wenn sich einer weigere, den Erlass zu unterschreiben, wie es ein Feuerwehrmann, Jahrgang 1908, von der Altersabteilung getan habe. Geahndet würden alle Straftaten im FFW-Dienst oder in Uniform, und zwar von der Sondergerichtsbarkeit des SS- und Polizeigerichte. (es gab also mitten im Krieg bereits eine Alterabteilung mit 25 Mann).

Zur Steigerung der Wasservorräte empfahl der Kreisbaumeister im Dezember 1943 der Gemeinde die Anlegung eines Feuerlöschteiches an der Tübinger Straße beim äußeren Brunnen, und zwar in dem von beiden Straßen gebildeten Zwickel. Die Bodenbeschaffenheit dort sei nach Angabe des Fronmeisters in Ordnung, der Teich könnte 170 Kubikmeter Fassungsvermögen erhalten.

Vier Monate später wurde das Thema Wasservorrat akuter denn je. In der Nacht vom 15. auf den 16. April warfen Flieger etliche Brand- und Sprengbomben über Pfrondorf ab, der Klosterhof in der Blaihofstraße und zehn Scheunen brannten ab. Insgesamt gerieten zehn Wohnhäuser und elf Scheunen in Brand, wurden über 100 Gebäude beschädigt. In der dem Fliegerangriff folgenden Gemeinderatssitzung meinte der Bürgermeister, „bei dem kürzlichen Terrorangriff stand zwar genügend Wasser zur Verfügung, doch ergibt sich im Hinblick auf die vielen Sprengbomben, die bei den Terrorangriffen verwendet werden und die örtliche Wasserversorgung ausschalten könnten, die Notwendigkeit zur Schaffung größerer Wasserreserven. Friedrich Walker (Klosterhof) sei bereit, hinter seinem abgebrannten Anwesen einen solchen Teich zuzulassen. Der lettige Boden könnte sich dafür eignen, der Aushub könnte als Damm aufgeschüttet werden“. Die Männer wurden schriftlich zum Arbeitseinsatz aufgefordert – der Teich wurde gebaut.

Über Kriegsende und die nachfolgenden Monate geben die Feuerwehr-Unterlagen keine Auskunft. Erst im Juni 1946 informiert ein Gemeinderatsbrief an Kreisbrandmeister King über den Zustand der Pfrondorfer Feuerwehr: Von den einst Aktiven sind nur noch elf Mann da, sieben sind gefallen oder versehrt, elf noch in Gefangenschaft und vermisst. Viele der Älteren wollen nur noch bis zu einem Neuanfang dabei bleiben. Auf einen Aufruf der Gemeinde vom 12. Februar 1946 hatten fünf Männer Bereitschaft zum Mitmachen in der Wehr bekundet, später jedoch zurückgezogen. Der amtierende Bürgermeister hatte, so ist nachzulesen, im Aufruf vom Februar mit der Schaffung einer Pflichtfeuerwehr gedroht.

Nachdem auf den ersten Aufruf kein allzu großer Erfolg beschert war, griff der Bürgermeister im September nochmals ein, denn Militärregierung und Kreisbrandmeister hatten mit Nachdruck die Neuaufstellung der Feuerwehr angeordnet. Jetzt wurden alle Männer der Jahrgänge 1901 bis 1928 zu einer Versammlung im Rathaus-Saal einberufen. „ Da über die Neuaufstellung in kürzester Frist Meldung zu erstatten ist, ist es nicht mehr möglich, über die vielerlei Einwände, die jeder Einzelne vorzubringen hat, lange zu diskutieren“, heißt es in dem Aufruf. Und weiter:“ Daher findet am Montag, 30. September, 20.00 Uhr, eine Versammlung im Rathaus-Saal statt. Für alle in Frage kommenden Männer ist Anwesenheitspflicht. 70 Männer kamen, 33 waren zum Eintritt in die Wehr bereit, 40 waren unerwünscht. Die Reorganisation der Wehr kam in Gang. Nach Anordnung der Französischen Militärverwaltung von 1946 durfte die Pfrondorfer Wehr nur noch 21 Mann haben. Am 24. August 1947 stellte August Nagel, als Kommandant bestätigt, die neue Wehr – die nicht motorisiert Feuerwehr Pfrondorf – vor. Martin Hagmann, seit 1903 Mitglied der Wehr, seit 1928 stellvertretender Kommandant und seit 1939 Kommandant, wurde auf Antrag seines Nachfolgers zum Ehrenkommandanten gewählt. Die Freiwillige Feuerwehr Pfrondorf hatte am 01. April 1947 nach elf Neueintritten nach 1945 21 Aktive (der Pflichtfeuerwehr von 1933 gehörten 120 Mann an, ab 1939 taten noch 35 Mann Dienst). Nachdem die Franzosen die Mannschaftsstärke beschränkt hatten, kam es 1949 entsprechend dem Statut Feuerlöschwesen und auf Anordnung der Kreisfeuerwehrstelle wegen der besonderen örtlichen Verhältnisse – viele Wehrmänner waren arbeitsbedingt tagsüber ortsabwesend – zur Installierung einer Brandhilfemannschaft als Unterstützung der Wehr. Hintergedanke war dabei auch, aus der Brandhilfemannschaft Nachrücker für den aktiven Dienst zu gewinnen, wenn einer aus der Wehr ausschied. Die Brandhilfemannschaft wurde Ende März 1951 aufgelöst, die bis dahin noch 14 Mitglieder zum Übertritt in die Wehr aufgefordert. Vom 09. Juli 1951 an durfte die Mannschaftsstärke auf 40 angehoben werden – bereit waren aber, so ein Brief der Gemeinde an Landratsamt und Kreisbrandmeister, nur noch 27, nach Ansicht der Gemeinde für Pfrondorfer Verhältnisse ausreichend.

Schneller als bei der Reorganisation der Wehr waren die Pfrondorfer mit der Beseitigung des Löschteiches hinter dem ehemaligen Klosterhof, der als Wasserreserve aus verschiedenen technischen Gründen ungeeignet und als übelriechendes Sumpfloch und Auffüllplatz ein Ärgernis vor allem für die Anrainer war. Der Gemeinderat fand mit seinem Antrag vom 22. März 1946 auf Trockenlegung des Teiches beim Kreisfeuerwehrführer Zustimmung. Zum Arbeitseinsatz aufgerufen wurden wiederum alle Männer bis zum 50. Lebensjahr, sich trauende Frauen wurden nicht ausgeschlossen. Zwischen dem 30. November 1946 und dem 12. Juli 1947 wurde der Teich zugeschüttet. An 16 Samstagen sind jeweils drei Arbeitsstunden pro Teilnehmer registriert. Insgesamt haben 138 Männer – ein- oder x-mal im Einsatz – das als Ungezieferteich apostrophierte Kriegsüberbleibsel beseitigt.

Zum Endspurt wurden am 11. Juli 1947 nochmal vor allem die Nachbarn aufgerufen. Wie wichtig dem Grundstücksbesitzer Friedrich Walker die Sache war, belegt wohl die von ihm im April 1947 den Arbeitenden gespendeten Most-Erfrischung.

In den folgenden Jahren war die Feuerwehr um Instandsetzung und Ergänzung ihrer Ausrüstung bemüht. So schrieb sie im September 1948 an die Gemeinde, zur Aufrechterhaltung des Brandschutzes benötige Sie –ohne Wasserleitung- insgesamt 600 laufende Meter B-Schläuche (vorhanden sind aber nur 180). Unbrauchbar geworden seine 200 laufende Meter C-Schläuche. Ausgangslage dieser Beurteilung war die Wasserentnahme am Feuersee.

Nächstes Kapitel, mit dem sich der Gemeinderat und Feuerwehr beschäftigen mussten, war die Alarmierung. Dazu existiert 1949 neben dem Läuten der Kirchenglocken, was wegen nicht schnell genug vorhandener Kräfte als problematisch und zeitraubend eingestuft wurde, eine kleine Alarm-Sirene im Handbetrieb, hinsichtlich der geringen Lautstärke auch keine zufriedenstellende Lösung. Von einer Wiederbeschaffung der früher vorhandenen Messing-Alarmhörner, die an verschiedenen Straßenkreuzungen in kleinen Holzkästen hingen, soll auf Wunsch der Wehr abgesehen werden, da Horn und Kasten zusammen schon 20 Mark kosten. Feuerwehr-Kommandant und Gemeinderat August Nagel schlägt die Anschaffung einer gebrauchten elektrisch betriebenen Alarm-Sirene vor, die auf dem Rathaus-Dach montiert werden soll. Der Gemeinderat billigte diesen Vorschlag. Heute wird die Feuerwehr still alarmiert mit sogenannten Funkmeldeempfängern, welchen jedes aktive Feuerwehrmitglied bei sich trägt oder tragen sollte.

Nicht ganz leicht zu regeln waren die Übungen der Wehr, denn –wie auch schon 1943- war Benzin für die Fahrzeuge rar. Die Benzinwirtschaftung durch die Franzosen, die noch bis in die fünfziger Jahre anhielt, lies nur sparsame Rationszuteilungen durch den Kreisbrandmeister zu. Im Pfrondorfer Archiv sind Bewilligungsbescheide beispielsweise Für August und Dezember 1950 über je fünf Liter vorhanden, für Januar 1951 sind es zehn Liter und für März 1951 fünf Liter. Selbst bei sparsamer Handhabung waren damit keine großen Touren oder Übungen möglich gewesen.

Von Benzinsparen war keine Rede, wohl aber von vielen freiwilligen Arbeitsstunden, um in den Jahren 1962/63 aus dem Mercedes-Kastenwagen vom Typ L319, Baujahr 1960, der preiswert zu haben war, ein motorisiertes Löschfahrzeug zu machen –sicherlich auch im eigenen Interesse, denn bis dahin mussten die Männer im Ernstfall den alten Anhänger mit den Schläuchen und sonstigem Zubehör unter Umständen durch den ganzen langen Ort schleppen. Im Dezember 1967 folgte dann ein neues LF 8TS mit Vorbaupumpe (welches heute noch im Einsatzdienst steht), im September 1981 nochmal ein LF 8 Unimog. All das musste auch ordnungsgemäss untergebracht werden. 1974 wurde der erste Teil des Schuppens der Genossenschaftsbank am Kohlplattenweg für die Zwecke der Feuerwehr umgebaut, 1984/85 der zweite Teil, so dass jetzt alles unter einem Dach zusammen ist.

Kommandanten der Pfrondorfer Feuerwehr

Nur ein Teil der Obmänner und Kommandanten, die die Pfrondorfer Feuerwehr in den vergangenen 125 Jahren leiteten, ist in den vorhandenen Akten notiert und somit ist die folgenden Auflistung der Kommandanten nicht vollständig.

1864 – noch vor Beginn der als fest Institution gegründeten Feuerwehr gab es eine vom Gemeinderat bestellte Löschmannschaft, die den Gemeinderat Joseph Bechtle zu ihrem Obmann wählte.

Die Liste der eigentlichen Kommandanten beginnt 1904 mit Karl Nagel, der wohl bis 1914 amtierte.

Ihm folgte 1914 bis 1919 Johannes Künstle.

Karl Nagel ist dann 1919 nochmals als Kommandant notiert, allerdings nur für ein Jahr.

1920 bis 1928: Josef Nerz

1928 bis 1939: August Walker

1939 bis 1946: Martin Hagmann

1946 wählte die Mannschaft beim Neubeginn August Nagel.

1957 bis 1981: Wilhelm Nagel.

1981 bis 1993: Wolfgang Dieter

1993 bis 2008: Werner Sulz

seit 2008: Steffen Lichtenberger

Großbrände in den vergangen Jahrzehnten in Pfrondorf

1823: Über den Brand im November 1823 informiert der gemeinsame Bettelbrief von Schultheiß Schaal und Pfarrer Kircher vom 10. Februar 1924. Da heißt es: In der 5.00 Uhr früh brach in einem Wohnhaus auf der Bühne ein Brand aus. Ein Mädchen wachte auf und machte Lärm im Haus und im Dorf. Schultheiß Schaal war Nachbar, seine Scheune war bereits von den Flammen angegriffen. Er lies durch schnell erschienen Zimmerleute das Gebälk der Giebelwand durchhauen. Die Hausbewohner hatten, vom Schlag aufgeschreckt, noch nichts an – sie waren hemdlos. Nur mit Mühe konnten sie mit den Kindlein im Arm dem Feuer entfliehen. Das – es gehörte einer abwesenden Familie und war von drei Familien mit vielen Kinder bewohnt – war in kurzem abgebrannt, nichts konnte gerettet werden. „Wir danken Gott, dass kein Mensch zu Schaden kam und die benachbarten Gebäude, Ställe und Scheuern samt Vorräten verschont blieben“, schreiben Schultheiß und Pfarrer. „Dank Gottes Führung und der rühmlichen Tätigkeit der Pfrondorfer, auch der schnellen Hilfe der Lustnauer und ihres Kommandos übernehmenden Schultheißen und des Oberamtes. Die Bewohner sind arm und güterlos, sie haben alles eingebüßt, auch ihre Vorräte für den Winter, sie sind jetzt am Bettelstab. Die Pfrondorfer sorgten zwar für Unterkunft in anderen Häußern, aber jetzt bedürfe es mehr Hilfe. Bisher hätten nur wenige Pfrondorfer und Lustnauer wirkungsvoll geholfen, dabei gebe es vermögliche, die helfen hätten können. Notwendig waren Bett, Kleider, Hausrat, Frucht“, schrieben Schultheiß und Pfarrer.

1842: Dr. Hermann Reuchlin, von 1842 bis 1857 erster selbstständiger Pfarrer der seit neun Jahren eigenständigen Kirchengemeinde Pfrondorf, ging in seiner Abschiedspredigt am 25. Oktober 1857 auf den Brand von 1842 ein: „Es sind übrigens mehrere der stärksten Familien hier eingewandert, so vor 250 Jahren die Künstles aus dem jetzt badischen Schwarzwald, weil zwei Söhne einer reichen Müllerswitwe namens Künstle lieber ihre Mühle aufgaben, als dass sie ihrem evangelischen Glauben und dem Worte Gottes abgesagt hätten. Das von jenen Brüdern noch vor dem Dreißigjährigen Krieg gebaute Haus ist zu Anfang meines Wirkens hier im Oktober 1842 abgebrannt. Bei diesem Brand dauerten in der Viertelstunde des ärgstens Schreckens – und bei der Flucht der meisten nach ihren durch Feuerregen bedrohten Häusern – ein Dutzend Schulknaben mannhaft bei mir und dem Schultheiß aus. Es steht jungen Leuten gut an, wenn sie zu rechtschaffenden Sachen herzhaft sind“.

1927: Am 21. Juli 1927 kam es zu einem Scheunenbrand in der Tübinger Straße. Das Wohnhaus von Jakob Frank konnte von der Pfrondorfer Feuerwehr und der Weckerlinie Tübingen gerettet werden. Das Kindermädchen hat das Feuer aus Heimweh gelegt. Der spätere Ortsvorsteher und Schulmeister Wilhelm Nerz schrieb dazu:“ Die Wette diente als Pferdeschwemme und Feuerlöschteich; sie bestand beim Brand 1927 ihre Probe. Vorher hätten die zur Hilfe gerufenen Feuerwehrleute aus Tübingen dieses „Krottenloch“ verspottet, das sie bald leer gepumpt hätten. Der Brand war gelöscht, die Brunnentröge leer ausgeschöpft, aber in der Wette hatte es immer noch Wasser für die Motorspritze aus Tübingen“.

1944: Bei der Bombennacht vom 15. auf den 16. April wurden zehn Wohnhäuser und elf Scheuern in Brand gesetzt. Der ehemalige Klosterhof in der Blaihofstraße und zehn Scheuern brannten nieder. Insgesamt wurde über 100 Gebäude beschädigt.

1947: Am Sonntag, 14. September 1947, brach gegen 16.00 Uhr im Staatswald Gewann Hinterpfand, auf Markung Kirchentellinsfurt, etwa 300 Meter westlich vom Staubecken Einsiedel, ein Flächenbrand aus, der sich bei der außergewöhnlich großen Trockenheit rasch ausbreitete und zur Hauptsache Jungkulturen mit Buchen und Birken betraf. Durch Rauchentwicklung war das Feuer sehr bald im Dorf bemerkt worden, so dass die örtliche und die Tübinger Feuerwehr sowie die Forstbehörden rasch alarmiert werden konnten. Pfrondorfer Bürger nutzten für die ersten Löscharbeiten den nahen Stausee, so dass das Feuer bald aus war. Nachdem die Weckerlinie Tübingen nach mehrstündigem Einsatz infolge des Versagens der Motorpumpe ausfiel und abrückte, übernahem die Pfrondorfer mit der Motorspritze und die Kirchentellinsfurter Wehr sowie Berufsholzhauer vom Forstamt Einsiedel die weitere Brandbekämpfung und das Aushauen weiter glimmender Baumstücke. Die Nachtwache übernahmen die beiden Wehren. Brandursache war vermutlich eine weggeworfene Zigarettenkippe. Die eingesetzten fünfzehn Männer der Wehren von Pfrondorf und Kirchentellinsfurt erhielten für ihre Arbeit vom Kreisernährungsamt eine Ernährungszulage von 100 Gramm Brot, 12 Gramm Butter, 80 Gramm Fleisch, 20 Gramm Käse und 60 Gramm Teigwaren je Mann.

1949: Im Staatswald Einsiedel, Distrikt Eigenfirst, Abteilung Rote Erlen auf Markung Pfrondorf brach am 26. März 1949 ein kleiner Waldbrand aus, der noch vor Eintreffen der Wehrangehörigen von dort zahlreich beschäftigten einheimischen Reisiglos-Aufbereitern gelöscht werden konnte. Es handelte such um ein Bodenfeuer, was sich bei der herrschenden trockenen Witterung flächenmässig rasch ausdehnte und in welken Laub und Gras gute Nahrung fand. Abgebrannt ist eine Fläche von etwa 12 Ar, die mit ½ Meter hohen Jungbuchen besetzt war. Inwieweit die Jungpflanzen Schaden gelitten haben, kann noch nicht gesetzt werden. Verursacht wurde das Feuer von einem Pfrondorfer, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Brandplatzes sein Reisiglos aufbereitete und auf dem angrenzenden Weg bei der „Großen Buche“ an der Stuttgarter Straße mit Abfällen ein Feuer entzündete. Ein Windwirbel trug Funken in den nahen Wald. Nur dem Umstand, dass sofort 56 Personen an der Eindämmung des Feuers teilnahmen, ist zu verdanken, dass nichts schrecklicheres geschah. Einer fuhr sofort mit dem Fahrrad ins Dorf und alarmierte durch Glockenläuten. Da das Ausmaß nicht bekannt war, wurde Tübingen alarmiert. Das Tanklöschfahrzeug brauchte aber nicht mehr einzugreifen.

1957: Das stattliche Anwesen von Georg und Frida Pregizer ist am 11. Februar 1957 kurz nach Mittag einem Brand zum Opfer gefallen. Das in der Albstraße stehende Doppelhaus mit seinen Schreinerwerkstätten ist so gut wie völlig zerstört. Da das Feuer sehr rasch um sich griff, konnten nur wenige Möbelstücke, einiges Bettzeug und etwas Wäsche aus dem Haus geschafft werden. Verletzt wurde niemand. Der schaden dürfte bei mehr als 80 000 Mark liegen.

1967: Dem raschen und nachhaltigen Einsatz von zwei Feuerwehren ist es zu verdanken, dass das Wohnhaus von Dietmar Springer in Pfrondorf nur einen begrenzten Schaden erlitt. Der in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni gegen Mitternacht ausgebrochene Brand zerstörte das Dachgeschoss und zog in der Hauptsache durch Löschwasser auch die darunter liegenden Wohnungen in Mitleidenschaft. Der Sachschaden dürfte bei 30 000 Mark liegen.

1972: Ein Blitzschlag setzte am 09. Mai gegen Mittag das Stall- und Ökonomiegebäude des Hofgutes Einsiedel in Brand, zu dessen Bekämpfung die Feuerwehren aus Kirchentellinsfurt, Pfrondorf und Tübingen alarmiert wurden. Obwohl sich das Feuer explosionsartig über das etwa 50 Meter lange und sechs Meter hohe Gebäude ausbreitete, gelang es Verwalter Karl Dietz, seinen Mitarbeitern und freiwilligen Helfern, die 120 im Stall untergebrachten Mastbullen loszumachen. Doch nicht alle Tiere konnten ins Freie gebracht werden. Etwa zehn Bullen sind mit den Futtervorräten verbrannt, sechs weitere Bullen mussten sofort notgeschlachtet werden. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden an Gebäude, Futtervorräten und Tieren auf rund 650.000 Mark.

1982: Die Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Tübingen-Mitte, angesetzt für 16.00 Uhr am 11.Oktober beim evangelischen Stift, wurde zum Ernsteinsatz in Pfrondorf. Um 14.57 Uhr alarmierte die Leitstelle im Magazin am Kelternplatz über Sirene und Funk die Löschtruppe in Pfrondorf. Die Verstärkung aus Tübingen – ein Löschzug und 18 Mann – folgte schnellstens. Trotz massiertem Einsatz war das Betriebsgebäude der Zimmerei Fritz Single in der Blaihofstraße nicht mehr zu retten. Die Flammen griffen auch auf das benachbarte Wohnhaus über, dessen Dachstuhl und ein erstes Obergeschoss zerstört wurden. Insgesamt dürfte der Schaden knapp bei einer halben Million Mark liegen.

1983: Unter erschwerten Bedingungen musste die Freiwillige Feuerwehr Tübingen am 03. Dezember an der Seestraße in Pfrondorf einen Brand löschen. Als die Pfrondorfer und später die Männer des Löschzuges Tübingen-Mitte eintrafen, hüllte dichter, beißender Qualm das Gebäude der Firma Brennenstuhl ein. Ohne Atemschutz ging nichts. In mühsamer Arbeit räumten zwanzig Atemschutzträger in wechselndem Einsatz einen Großteil der Lagerräume im ersten Obergeschoss aus, ehe sie mittendrin den Brandherd entdeckten. Nach ersten Schätzungen dürfte bei dem Feuer ein Gebäudeschaden von rund 300 000 Mark und ein Sachschaden von rund 100 000 Mark entstanden sein.

1985: In der Wohnung des Tübinger FDP-Stadtrates Michael Erbe zerstörten am 10. Januar 1985 Flammen die Küche und einen angrenzenden Vorflur weitgehend. Schlimmeres konnten die 18 Mann der Abteilung Pfrondorf der Tübinger Wehr durch schnelles Eingreifen verhindern. Nach zwei Stunden waren sie wieder zu Hause. Der Brandschaden wurde auf rund 150 000 Mark geschätzt.

1993: In der Nacht zum 21. Juli um halb drei brannten vor dem Haus in der Zollernstraße 35 drei Autos. Einer oder mehrere Brandstifter hatte(n) die Privat-Fahrzeuge des Landtagsabgeordneten Karl-August Schaal (Die Republikaner) angesteckt. Ein Anwohner hatte Schritte gehört und dann den Feuerschein bemerkt. Die Pfrondorfer Freiwillige Feuerwehr war innerhalb weniger Minuten an Ort und Stelle und erstickte die Flammen. Sachschaden etwa 50 000 Mark.

2002: Durch starke Niederschläge und Hagel liefen über 150 Keller in Pfrondorf mit Wasser und Schlamm voll. Die Abteilung war fast 24 Stunden im Einsatz bis man die letzen Keller und Wohnungen leer gepumpt hatte. Nur durch die Hilfe mehrerer Abteilungen konnte man den Bewohnern von Pfrondorf helfen.

2006: Am 12.01.2006 kam es in der Nacht bei der Firma Walter AG in Tübingen zu einem Großbrand mit insgesamt 40 Mio Euro Schaden. Unsere Abteilung wurde zur Wachbesetzung alarmiert um die verwaiste Hauptwache in Tübingen zu besetzen. Neben der Unterstützung der Leitstelle und der Versorgung der Einsatzkräfte mit Nachschub erhielt die Abteilung Pfrondorf den Brandschutz für die Stadt Tübingen aufrecht.

2006: Am 10.03.2006 wurde die Abteilung Pfrondorf zusammen mit der Abteilung Lustnau und Stadtmitte um 22:10 Uhr alarmiert. Als unsere Abteilung Uhr eintraf, quoll dichter Rauch aus der Tiefgarage, ausserdem war die komplette östliche Giebelwand des Hauses in Flammen gehüllt. Nur durch die schnelle und gezielte Vornahme des Ersten C-Rohres konnte ein größeres Übergreifen auf das Wohngebäude verhindert werden. Zwei in Brand geratene Autos und Motorroller verursachten einen beißenden Rauch, welcher durch das Treppenhaus in die Wohnanlage drang und diese unbewohnbar machte. Alle Bewohner mussten ihre Wohnungen und vorübergehend in den Sitzungssaal des Rathauses einziehen. Der Brand war nach etwa einer Stunde gelöscht.

 

Herausragende Momente der Neueren Geschichte:

2006: Am 19. April kann endlich das langersehnte und dringend notwendige Neue Fahrzeug beim Iveco-Magirus Werk in Weissweil bei Freiburg abgeholt werden, Das LF 10/6 ersetzt das 38 Jahre alte LF 8s.